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Houston

Was ist Epilepsie

Vorwort

Ein offener Brief

Eine Studie

Houstons Tagebuch

Impressum

Am Samstag, den 30.03.2013 hatte ich meinen ersten epileptischen Anfall !!!

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was es heißt an Epilepsie

erkrankt zu sein ...

 

Ich weiß nur, dass sich an diesem Tag mein Leben und das meiner Menschen

für immer verändert hat.

Was ist die Epilepsie?

 

 

Die Epilepsie ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Es handelt sich um ein

sogenanntes Anfallsleiden. Bezogen auf die Gesamtpopulation leiden ca.1-2% aller Hunde daran. Einige Rassen sind

sehr viel stärker betroffen.

 

Diese Anfälle äussern sich in unkontrollierten Muskelkrämpfen - oft mit Bewusstseinseinschränkungen. Die Ursache

liegt in einer erhöhten Erregbarkeit des zentralen Nervensystems, was dazu führt, dass die Krampfschwelle herabgesetzt wird.

 

Im Volksmund wird die Epilepsie auch "Fallsucht" genannt und mit "Gewitter im Gehirn" umschrieben.

 

Weitere Informationen zum Thema Epilepsie

Vorwort:

 

Als wir uns vor 3 Jahren für die Rasse des Australian Shepherd entschieden, haben wir alles an Lektüre verschlungen, was

wir in die Finger bekommen konnten und das gesamte Internet nach Informationen über diese einmalige Rasse durchsucht.

 

Natürlich haben wir uns auch über die möglichen Krankheiten des Aussies informiert.

 

Nach der Erkrankung der Augen, Fehlstellung des Gebisses und fehlender Zähne, Autoimmunerkrankungen und der

HD stand an fünfter Stelle die Epilepsie, veröffentlicht im Australian Shepherd Jahrbuch (2000)

von C.A. Sharp in der Übersetzung von Silke Sandberg.

 

Na gut 5. Position.

Das betrifft uns ja nicht. Wir werden unseren Hund ja bei einem seriösen Züchter kaufen.

Das soll jetzt nicht heißen, dass wir Houstons Züchterin auch nur irgendeinen Vorwurf machen.

Wir würden immer wieder einen Hund von ihr nehmen !

 

Aber diese Aussagen sind ja auch schon aus dem Jahr 2000.

Nach Rücksprachen mit Ärzten und betroffenen Tierbesitzern habe ich mittlerweile das ungute Gefühl das die Epilepsie

einige Plätze nach oben gut gemacht hat.

 

Egal wem man von Houstons Epilepsie erzählt, irgendjemand kennt noch einen anderen Hund, der das auch hat.

Es sind irgendwie ja auch alle Rassen betroffen.

 

In einem Epilepsie Forum wurden wir mit dem Satz " Ok, schon wieder ein Aussie " begrüßt.

Die Neurologin, bei der Houston in Behandlung ist, spricht von mehreren anderen Aussies, die von ihr behandelt werden.

Bei unserer Haustierärztin ist Houston auch nicht der einzige Epi Patient.

 

Wir sind Mitglied in mehreren Epi Gruppen bei Facebook und geschlossenen Gruppen im Internet und in allen Gruppen

nimmt die Anzahl des Australian Shepherd rasant zu.

 

Ich kann nur allen empfehlen, die sich einen Australian Shepherd als neues Familien-Mitglied ausgesucht haben,

sich mit dem Stammbaum des Welpen zu beschäftigen.

 

Auf Facebook gibt es eine offene Gruppe auf der das Pedegree / Stammbaum betroffener Hunde veröffentlicht ist.

REGISTER FÜR HUNDE MIT EPILEPSIE

 

Heutzutage gibt es zwar Medikamente, die helfen die Anfälle zu verringern oder zu verhindern, doch leider

haben diese Medikamente starke Nebenwirkungen und die meisten Hütehunde sind nicht therapierbar,

sprechen also nicht auf die Medikamente an.

 

 

Am 30.03.2013 hatte Houston seinen ersten epileptischen Anfall.

Das war der Tag, der in unserer Familie und für Houston alles verändert hat.

 

 

Aber fangen wir am Anfang an.

 

Houston war im jungen Alter ein klein wenig übergewichtig, ein sogenannter Wonneproppen, aber immer auf 180 und

überall mit dabei.

Ich arbeite unter anderem auch als Tierfotograf und Houston durfte zu jedem Foto Shooting mit.

Welpenschule, Einzeltraining mit Frauchen, lange Spaziergänge an der Elbe und anschließende lange Ruhepausen.

Das war Houstons Leben und dabei immer an meiner Seite

 

Im Alter von 6 Monaten hatte er das erste Mal Verdauungsprobleme, öfters Durchfälle, meist gelblich,

sowie Bauchgrummeln und trotz BARF immer noch ein wenig Übergewicht.

Mit 7 Monaten dann die erste Bauchspeicheldrüsenentzündung mit OP und kaum noch Hoffnung, dass

der Kleine es überleben würde. Er musste Tage und Nächte beim Tierarzt verbringen und jedes Mal wenn

ich anrief, hieß es "wir wissen nicht, ob er es überlebt". Am Ende hat er den Kampf gewonnen und durfte

wieder nach Hause. Blieb aber immer noch das Problem des leichten Übergewichts.

Aber egal, Hauptsache der Kleine war wieder zu Hause.

 

Das Verdauungsproblem wurde immer schlimmer, es verging keine Woche ohne Durchfälle und Bauchweh.

Als nächstes bekam Houston dann einen HotSpot auf der Nase  mit anschliessender OP. Kurz darauf eine zweite Bauchspeicheldrüsenentzündung.

 

Diät zur Gewichtsreduzierung, Futterumstellung, schweren Durchfall, Futterumstellung, wieder Durchfall und

zurück zu BARF. Jetzt hatte er weingstens keine schweren Durchfälle mehr.

 

Houston mauserte sich zum Vorzeigeschüler in der Hundeschule, Vorbereitung zum Hundeführerschein und war begeistert

vom Agility.

Alles, was sich so ein Aussie wünscht - mal davon abgesehen, dass er ja immer seine Aussie Spielkameradin Polly

bei sich hat. Alle paar Wochen Durchfall ...

Na ja, damit kann Aussie leben. Selbst das Gewichtsproblem hatten wir fast im Griff.

 

Seit seinem ersten Anfall hat er keine Magen und Darmprobleme mehr, aber dafür vererbliche Epilepsie.

 

Ich habe das alles aufgeschrieben, weil ich von zwei anderen Aussies gelesen habe, bei denen der Krankheitsverlauf fast zu

100 % identisch war. Leider finde ich diese beiden Seiten nicht wieder, sonst hätte ich den Link dazu hier eingestellt.

 

Und jetzt ?

Jetzt bekommt er Medikamente, die ihm helfen sollen keine Anfälle mehr zu bekommen.

Diese Medikamente lassen ihn viel schlafen und wenn er dann wach ist und es ist ein schlechter Tag, taumelt er

durch die Wohnung. Er mag an diesen Tagen auch nicht mit Polly spielen und Strandspaziergänge, die früher

20 Minuten gedauert haben, dauern jetzt 1 Stunde. Er kommt dann auch ohne Hilfe nicht mehr ins Auto.

Nachts hat er manchmal solche Angst, dass er vor unserem Bett steht und wartet, dass wir ihm erlauben, ins Bett zu kommen.

Nur wenn er dann in meinen Armen liegt, schläft er tief und fest. Er ist anhänglicher und liebesbedürftiger.

Zur Zeit darf er auch nicht zur Hundeschule, weil alles, was ihn aufregen könnte, einen Anfall auslösen könnte.

Bei den Foto Shootings wird er auch nicht mehr so gerne gesehen. Es will ja keiner, dass das junge Pferd oder die anderen

Hunde sich erschrecken, weil Houston auf einmal einen Anfall hat und zuckend auf der Seite liegt.

Und ich glaube, am schlimmsten für Houston ist ... HUNGER.

Aber es gibt auch gute Tage. An denen blitzt der alte Houston auf, spielt, läuft und springt wie zu seinen besten Zeiten

durch die Gegend und genießt das Leben. Leider wissen wir nur nie im voraus, ob es heute ein guter oder schlechter Tag ist.

 

 

Ich schreibe auch nicht weiter, wie wir uns fühlen und wie es für uns ist, mit dieser Krankheit zu leben. Ich habe vor einiger Zeit

einen offenen Brief von der Besitzerin eines Border Collies gelesen und ich finde,  dass sie alles auf den Punk gebracht hat.

 

Hier noch ein Zitat aus einem Epi Forum

 

ICH HASSE DIESE KRANKHEIT !!!

 

 

 

 

 

 

 

Ein offener Brief einer Border Collie Besitzerin:

 

 

Ich habe lange darüber nachgedacht, warum manche Züchter trotzdem das Epilepsie bei ihren Nachzuchten bzw. bei den Wurfgeschwistern aufgetreten ist, weiter „züchten“.

 

Ich bin zum Schluß dazugekommen, es muss Unwissenheit sein. Nicht Unwissenheit über die genaue Vererbung.

Die weiß halt noch keiner genau. Auch nicht Unwissenheit darüber, das Epilepsie überhaupt vererbt wird.

Das erkennt ein Laie sogar, wenn er sich die Pedigrees von betroffenen Hunden anschaut.

Nein, es ist die Unwissenheit darüber, was es bedeutet mit einem an Epilepsie erkrankten Hund zu leben.

 

Seit 6 Monaten ist mein Border Collie Rüde On my Own Limited Edition Logan an Epilepsie erkrankt. In der Zeit hatte

Logan 9 Anfälle. 9 x bin ich mit ihm durch die Hölle gegangen. 9 x musste ich tatenlos daneben stehen, konnte ihm nicht

helfen, während er krampfte, unter sich pinkelte und seine Analdrüse entleerte. 9x musste ich mit ansehen, dass mein

Hund völlig orientierungslos an mich vorbeischaut und versucht sich wieder auf die Beine zu stellen. Dazu kommt die

Angst. Die Angst, dass er aus dem nächsten Anfall nicht mehr rauskommt. Die Angst, dass bei diesem Anfall das Hirn einen

bleibenden Schaden erleidet. Die Angst, dass die Medikamente auf Dauer nicht helfen. Die Angst, dass der nächste Anfall

sein Letzter sein wird. Die Angst ihn zu verlieren.

 

Bei jeden Anfall stirbt ein Stückchen von dir selber und ein Stückchen von deinem Hund und ein Stückchen deiner Hoffnung.

 

1-2 Anfall - es soll Hund geben, die haben 1-2 Anfälle und dann nie mehr was. OK, deiner gehört leider nicht dazu.

 

3-6 Anfall – es soll Hunde geben, die nehmen Medikamente und sind für Monate / Jahre Anfallsfrei. –

 

OK, dein Hund gehört nicht dazu. Die Angst steigt, die Hoffnung sinkt. Die nächsten Anfälle sind kaum zu ertragen.

Dazu kommt die Tatsache, dass dein Leben sich mit dem Zeitpunkt des ersten Anfalls schlagartig ändert.

Könnte irgendwas der Auslöser gewesen sein. Nicht der Epilepsie, die ist ja erblich, da alle Untersuchungen kein Ergebnis ergab. Aber ein Anfall kann einen Auslöser haben. War es weil, der zu viel, zu wenig, zu lange gerannt, gespielt, getobt hat, lag es am Futter. War das Schwimmen im See heute nicht zu viel - schon wieder eine durchwachte Nacht. War das oder jenes zu stressig. Fragen, Fragen tausende und keine Antworten…

 

Zum Glück kommen sie nur nachts, dann brauche ich mir wenigstens keine Sorgen zu machen, dass er einen Anfall bekommt, wenn er alleine ist. Das heißt aber auch, dass ich ihn nach Feierabend nicht mehr alleine lasse.

Ihn überall mit hinnehmen - ist das nicht zu stressig??? Stress kann ein Auslöser sein. Also lieber zu Hause bleiben.

 

Aber auch diese Hoffnung ist gestorben. Anfall 7-9 kam tagsüber. Seit dem verlasse ich täglich mit einem tonnenschweren

Kloß im Hals die Wohnung und fahre zur Arbeit. Stunden zwischen Bangen und Hoffen.

Hatte er einen Anfall - schnell alle Decken und das Bett nach verdächtigen Flecken untersuchen. Den Gedanken, das ich eines Tages nach Hause komme und er steckt mitten in seinem wahrscheinlich dann letzten Anfall, lasse ich so gut wie es geht nicht zu. Der Gedanke würde bei mir einen bleibenden Schaden hinterlassen.

 

In Urlaub fahren traue ich mich nicht. Zuviel Stress durch die ungewohnt Umgebung, oder gar einen Anfall mit pinkelt

und kacken im Hotel riskieren?! Lieber nicht. Dazu kommt noch der Schlafmangel. Bei jedem Geräusch steht man senkrecht im Bett mit so viel Adrenalin, das meistens dann die Nacht sowieso um ist. Von den Nächten mit Anfall mal ganz abgesehen.

 

Das ständig nach der Uhr leben nicht zu vergessen. Pünktlich um 7 Uhr morgens und um 19 Uhr abends die Medikamente geben. Zeitfenster von +-15 Minuten. Man will ja keinen Anfall riskieren. Das gilt auch fürs Wochenende. Und ich freue mich schon auf die Winterzeit. Dann ist es 6 und 18 Uhr. Epilepsie kennt keine Uhrumstellung. Und einen Anfall riskieren? Lieber nicht.

 

Die Medikamente an sich bereiten schon genug Sorge. Wie lange wird die Leber durchhalten. 2 Jahre – und wieder was zu hoffen. Dazu kommen die Nebenwirkungen. Schwankender Gang und Konzentrationsschwierigkeiten. Warum noch irgendeinen Sport ausüben, man freut sich darüber das er noch lebt. Der Hund weiß es aber nicht besser, der möchte wie gewohnt was machen.

Das macht man dann aus Liebe zum Hund ja dann auch und erträgt den Anblick tapfer. Er soll ja auch nicht mitbekommen das was nicht stimmt. Also heult man lieber im Auto, wenn man alleine voller Angst zur Arbeit fährt. Für den Hund bedeuten die Medikamente Durst und Hunger, unstillbaren Durst und Hunger!!! So ein Hunger, das man Tupperdosen frisst, als wenn es Kaustangen wären. Also alles wegräumen wie bei einem Welpen, aber der Hunger bleibt.

 

Die Medis gibt man am besten zum Futter. Also morgens überlegen, wo man abends ist, damit man alles dabei hat.

Alles machbar, wenn auch umständlich. Der Versuch die Medis um 19 Uhr zugeben und erst später zu füttern, ergab eine große Unruhe mit viel Hecheln – wahrscheinlich Bauchweh. Lieber nicht mehr.

 

Finanziell hat das natürlich auch Auswirkungen für einen. Zu den Untersuchungen kommen regelmäßige Kosten.

Die Medikamente, die regelmäßigen Blutuntersuchungen. Erst alle 4 Wochen, dann alle 4 Monate bis die Leber sich das

erste Mal meldet. Dann wieder alle 4 Wochen. Die Zusatzmittel, womit man versucht der Leber von Anfang an unterstützend

zu helfen. Ich persönlich muss mir deshalb keine Gedanken machen, andere Menschen eventuell schon, wenn plötzlich 100-200€ im Monat zusätzliche Kosten entstehen.

 

Wenn ich mit diesem Brief nur einen Züchter zum Umdenken gelenkt habe und damit erreiche, dass nur ein Hund nicht geboren wird, der an Epilepsie erkrankt worden wäre, hat es sich schon gelohnt.

 

Epilepsie ist eine schreckliche Krankheit für den Hund und für deren Besitzer.

Ich habe mit vielen Menschen gesprochen, geschrieben die entweder auch einen an Epilepsie erkrankten Hund haben oder hatten oder selber daran erkrankt sind.

 

Wir alle waren uns einig. Epilepsie ist Sterben auf Raten, bei den meisten  zumindest.

Die Einzelfälle die alt werden mit der Krankheit weiß man nicht zu beneiden. Weil die Angst verschwindet nie.

Und das Aufschrecken in der Nacht wohl auch nicht.

Selbst nach Jahren und obwohl der geliebte Freund schon lange über die Regenbogenbrücke gegangen ist.

 

Eine Studie:

 

 

Auszüge der Studie Genetische Epilepsie beim Australian Shepherd (Stand Februar 2012)

Von Dr. Jutta Weißl, Team Neurologie, Medizinische Kleintierklinik der LMU

 

Ergebnisse veröffentlicht unter dem Titel „Disease Progression and Treatment Response of Idiopathic Epilepsy in Australian Shepherd Dogs“ im Journal Of Veterinary Internal Medicine (J Vet Intern Med 2012;26;116-125)

 

 

Im Jahr 2009 riefen wir eine Studie ins Leben, bei der Australian Shepherds mit idiopathischer (=genetischer)

Epilepsie über längere Zeiträume beobachtet wurden und klinische Aspekte wie Schweregrad der Krankheit und

Therapierbarkeit ausgewertet wurden.

Darüber hinaus wurden sowohl von erkrankten als auch von gesunden Hunden Blutproben gesammelt, kategorisiert

und einem genetischen Kooperationslabor in Finnland (Biomedicum Helsinki, Prof. Hannes Lohi) zur Verfügung gestellt.

 

In Zusammenarbeit mit Genetikern in den USA wurde und wird mit diesen Proben geforscht, um die Genetik der idiopathischen Epilepsie beim Australian Shepherd aufzuklären – was die Grundvoraussetzung für einen Gentest auf Epilepsie darstellt.

 

Der nun abgeschlossene klinische Teil der Australian Shepherd-Epilepsiestudie beschreibt eine Gesamtzahl von 50 Hunden mit genetischer Epilepsie, die über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten, oftmals aber über mehrere Jahre beobachtet wurden und deren Pedigrees analysiert wurden. Um Verfälschungen der Ergebnisse zu vermeiden, mussten alle Hunde, die durch einen Tierneurologen abgesicherte Diagnose „genetische Epilepsie“ vorweisen – diese ist durch ein gewisses Maß an Untersuchungen zu stellen (großer Laborcheck, klinische und neurologische Untersuchung, in aller Regel auch eine Kernspintomographie des Kopfes und die Untersuchung des Gehirnwassers).

 

Ergebnisse

Alle Daten wurden statistisch ausgewertet (teilweise auch im Vergleich mit 50 gesunden Australian Shepherds, z. B. in Bezug auf Geschlecht, Farbe, MDR1-Status)

- Das Auftreten genetischer Epilepsie war nicht mit Geschlecht, Fellfarbe oder MDR1- Status gekoppelt.

- Mit 64 % waren etwas mehr männliche als weibliche Tiere (36 %) betroffen waren.

- Das durchschnittliche Alter beim ersten Anfall betrug 2,5 Jahre.

- Im Krankheitsverlauf schien es einen Unterschied zwischen Merle (Blue und Red Merle) und Nicht Merle (Black und Red

   mit/ohne Copper und Weiß) farbigen Hunden zu geben: Nicht Merle farbige Aussies hatten den ersten Anfall im Durchschnitt

   mit 1,8 Jahren, Merle farbige Hunde im Durchschnitt mit 2,8 Jahren.

 

- Ein Zusammenhang zwischen Medikamenten zur Floh- und Zeckenbehandlung/Impfung und Epilepsie konnte nicht

   nachgewiesen werden. In Einzelfällen reagierten Hunde jedoch auf Floh- und Zeckenmittel sowie Impfung mit

   vermehrten Anfällen. Der MDR1-Status wies dazu keinen Zusammenhang auf.

   ( Es empfiehlt sich, mit Ihrem Tierarzt ein individualisiertes Impfschema für Ihren Australian Shepherd mit

   genetischer Epilepsie festzulegen – nach dem Prinzip „soviel wie nötig, so wenig wie möglich)

- Die Anfälle traten meist im Schlaf oder aus der Ruhe heraus auf, manchmal auch während normaler Aktivität.

- Bei etwa der Hälfte der Australian Shepherds traten die Anfälle vorzugsweise nachts oder am frühen Morgen auf, bei der

   anderen Hälfte gab es keinen bevorzugten Zeitpunkt.

- Viele Australian Shepherd-Besitzer berichteten, dass Stress, Angst oder Veränderungen im normalen Tagesablauf

   vermehrt zu Anfällen führten, während andere Besitzer betroffener Hunde dies nicht beobachten konnten.

 

Alle Hunde in der Studie hatten generalisierte Anfälle (= den ganzen Körper betreffend, mit Bewusstlosigkeit).

52 % der Hunde hatten zusätzlich fokale Anfälle (= nur ein Körperteil betreffend oder mit Verhaltensänderung einhergehend,

mit oder ohne Verlust der Ansprechbarkeit).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fokale Anfälle können in generalisierte übergehen.

 

Es besteht der Verdacht auf eine hohe Dunkelziffer an Australian Shepherds mit einer sehr leichten Epilepsieform,

die mit episodischer Verhaltensänderung und verändertem Bewusstseinszustand einhergeht

(siehe * unter Symptome bei fokalen Anfällen).

 

- Drei Viertel der Hunde fielen vor einem Anfall durch Unruhe und Anhänglichkeit für einen Zeitraum von weniger

   als 30 Minuten bis zu über 24 Stunden auf (präiktale Phase). Auch Verstecken, exzessives Schnüffeln oder Bellen,

   Lahmheit oder Erbrechen wurden vereinzelt beobachtet.

- Nach einem Anfall waren die Hunde unruhig, zeigten hyperaktives Verhalten oder stupides Wandern. Weitere

   Symptome waren: Müdigkeit, Durst/Hunger, Blindheit, Aggressivität, Übelkeit. Diese sog. postiktale Phase dauerte

   zwischen Minuten und mehr als 24 Stunden und nahm i. d. R.im Laufe der Krankheit an Zeitdauer zu.

- 60 % der Hunde hatten einen schweren Krankheitsverlauf (mit generalisierten Anfällen über 5 Minuten Zeitdauer

   und Serienanfällen, zwischen denen sich der Hund nicht vollends erholt hat = Status epilepticus lebensbedrohlich)

   und durchschnittlich 1,2 Tage mit Anfällen pro Monat.

- 20 % der Hunde hatten einen mittelschweren Krankheitsverlauf (mit Serienanfällen) und durchschnittlich 0,6

   Tage mit Anfällen pro Monat.

- 20 % der Hunde hatten einen leichten Krankheitsverlauf (mit einzelnen Anfällen unter 5 Minuten Zeitdauer) und

   durchschnittlich 0,4 Tage mit Anfällen pro Monat.

- Die Krankheitsschwere war unabhängig von Geschlecht, Fellfarbe und MDR1-Status.

- Bei sechs (drei mit Medikamenten behandelt, drei ohne Medikamente) der 50 Australian Shepherds mit Epilepsie kamen

   die Anfälle völlig zum Stillstand (= Remission). Es konnten keine vorhersehbaren Faktoren identifiziert werden, warum

   gerade bei diesen wenigen Hunden die Anfälle ausblieben.

- 34 Hunde wiesen ausreichende Wirkspiegel mit Phenobarbital (≥ 20 μg/ml, im Durchschnitt 28,5 μg/ml) auf,

   z. T. wurden die Hunde zusätzlich mit weiteren Antiepileptika (v. a. Kaliumbromid) behandelt. Trotzdem hatten 56 %

   dieser Hunde weiterhin mindestens einen Anfall pro Monat und wurden als therapieresistent eingestuft.

- Therapieresistenz trat bei Hunden, die in jüngerem Lebensalter erkrankten, häufiger auf als bei denen, die beim ersten

   Anfall bereits älter waren. Therapieresistenz trat bei Nicht Merle farbigen Australian Shepherds häufiger auf als bei Merle

   farbigen Aussies. Auch Hunde, bei denen der erste Anfall  besonders heftig ausfiel (Status epilepticus oder Serienanfälle),

   entwickelten häufig therapieresistente Epilepsie.

 

Bei Studienabschluss waren 15 der 50 erkrankten Australian Shepherds bereits verstorben (davon 14 aufgrund der Epilepsie,

z. T. im Status epilepticus verstorben, z. T. aufgrund Therapieresistenz eingeschläfert).

Das mittlere Alter bei Tod betrug nur 3,1 Jahre.

 

Einige Einflussfaktoren auf die Überlebenszeit konnten nachgewiesen werden:

1. Hunde mit therapieresistenter Epilepsie überlebten kürzer.

2. Hunde, die im ersten halben Jahr der Erkrankung weniger als 10 Anfälle hatten, hatten eine höhere Überlebenschance.

3. Außerdem zeigte sich, dass Nicht Merle farbige Australian Shepherds sowie Hunde, die beim ersten Anfall unter 2 Jahre alt

    waren, kürzere Überlebenszeiten aufwiesen.

 

Was kann ich tun, wenn mein Aussie Epilepsie hat?

Grundsätzlich sollten alle Ursachen für epileptische Anfälle (z. B. Entzündungen, Vergiftungen, Kopfverletzungen,

Tumoren) von einem spezialisierten Tierneurologen ausgeschlossen werden bevor die Diagnose „genetische

Epilepsie“ gestellt wird.

Eine Liste mit zugelassenen Spezialisten (Tierneurologen, Diplomate ECVN/ACVN)

finden sie auf der Internetseite: http://cms.tier-neurologen.com

 

Wie unsere Ergebnisse zeigten, ist einer der Faktoren, der den Krankheitsverlauf beim Australian Shepherd am

nachhaltigsten beeinflussen kann, die Anfallsanzahl in den ersten sechs Monaten der Krankheit. Was wir als

Tierärzte und Besitzer erkrankter Australian Shepherds tun können, um diese so gering wie möglich zu halten – und

somit die Überlebenswahrscheinlichkeit zu erhöhen – ist eine frühzeitige und konsequente Therapie einzuhalten.

Regelmäßige Wirkspiegelkontrollen in der Phase der Medikamenteneinstellung sind dabei genauso unerlässlich wie

die Bereitschaft, Antiepileptika der neueren Generation zum Einsatz kommen zu lassen.

Einige Medikamente entfalten ihre volle Wirksamkeit erst nach mehreren Wochen und die Dosiseinstellung muss

grundsätzlich individuell erfolgen und ist nicht immer einfach. Deshalb ermutigen wir Sie, auch bei scheinbaren

Rückschlägen kontinuierlich die Therapie unter Anleitung Ihres Tierarztes zu optimieren. Vorzeitiger

Therapieabbruch oder Dosisreduktionen können den Krankheitsverlauf fatal verschlimmern.

 

Es konnte ausgeschlossen werden, dass es sich um ein einfaches Erbschema handelt. Das heißt, der Epilepsie

beim Australian Shepherd liegt höchstwahrscheinlich eine komplexe Genetik, möglicherweise unter Beteiligung

mehrerer verschiedener Gene zugrunde (polygene Vererbung). Diese Tatsache macht es leider auch in Zukunft

nicht möglich, Epilepsie beim Australian Shepherd allein durch Zuchtplanung zu vermeiden. Dies verdeutlicht

obiger schematischer Stammbaum. Einerseits tauchen Generationen auf, in denen kein Hund erkrankt,

andererseits erkranken i. d. R. nie alle Wurfgeschwister. Trotzdem können Tiere, die ihr Leben lang nie einen

epileptischen Anfall haben, die Erbanlagen tragen und an Nachkommen weitergeben.

Eine Schwierigkeit bei jeglicher Stammbaumanalyse (z. B. Berechnung von Genotypwahrscheinlichkeiten,

Segregationsanalyse) ist, dass der Status möglichst aller verwandten Tiere bekannt und gelistet sein sollte, um

verlässliche Ergebnisse zu erzielen. Da genetische Epilepsie typischerweise erstmals zwischen dem ersten und

fünften Lebensjahr auftritt und zunächst alle anderen Ursachen für epileptische Anfälle durch aufwändige

Diagnostik ausgeschlossen werden sollten, bevor die Diagnose „genetische Epilepsie“ gestellt wird, ist es zu

diesem Zeitpunkt häufig nicht mehr möglich, Informationen zu allen Wurfgeschwistern und Nachkommen aus

denselben Elterntieren zu erhalten. Und selbst wenn: Da eine relativ sichere Aussage, ob Hunde betroffen sind

oder nicht, erst bei Hunden über fünf Jahren getroffen werden kann, können jüngere Voll- oder Halbgeschwister zu

diesem Zeitpunkt noch nicht endgültig kategorisiert werden.

 

Der Komplexität dieses Problems kann derzeit nur durch folgendes entgegengewirkt werden:

 

1. Offener Umgang mit dem Thema Epilepsie auf allen Ebenen der Australian Shepherd-Zucht, Bekanntmachen

    von Krankheitsfällen, zentrale und professionelle Stammbaumverwaltung mit Registrierung jedes geführten

    Hundes und regelmäßige Aktualisierung des Gesundheitsstandes, um weiterführende Berechnungen und

    Analysen zu gewährleisten, die die Zuchtplanung nachhaltig beeinflussen könnten.

2. Weiterhin Blutproben von erkrankten, verwandten und gesunden Hunden zur genetischen Analyse zur

    Verfügung stellen. Benötigt werden 5 ml EDTA-Blut, am besten per Expressversand an folgende Adresse:

    Ranja Eklund / Lohi Laboratory

    Biomedicum Helsinki, Room B320

    Haartmaninkatu 800290 Helsinki / Finland

 

    Bitte legen Sie den Blutproben eine Kopie des Stammbaums sowie einen ausgefüllten Probenversandschein und

    ggf. Epilepsie-Fragebogen bei, welche Sie unter folgendem Link auf Deutsch herunterladen können:

    http://www.koirangeenit.fi/in-english/participate/ (beide Dokumente auf der Internetseite ganz unten)

 

Ausblick

Ende 2011 erreichte uns von Genetikern in den USA die hoffnungsvolle Nachricht, dass eine

chromosomale Region beim Australian Shepherd identifiziert wurde, die signifikant mit Epilepsie

assoziiert sei und möglicherweise ein krankheitsassoziiertes Gen beinhaltet. Auch Ihre

eingesandten Proben werden nun dazu verwendet, dies nachzuvollziehen!

 

Wir sind sehr gespannt auf weitere Ergebnisse und bitten Sie bis dahin dringend, weitere Proben einzusenden.

Dr. Jutta Weißl, Team Neurologie, Medizinische Kleintierklinik der LMU

 

Die vollständige Studie inklusive des Themas

Stammbaumanalysen und Genetik

Können Sie auf der Seite der Medizinische Kleintierklinik der LMU

DOWNLOADEN

 

 

 

Am häufigsten aufgetretene/typische Symptome

bei fokalen Anfällen

 

- Ansprechbarkeit vorhanden oder fehlend

- Zittern einzelner Körperteile

- Speicheln

- Weite Pupillen

- Speicheln

- Seitliche Kopfdrehung

- Z. T. lediglich Verhaltensänderung, z. B.

   Panikattacken, Aggressivität, Starren ins Leere,

   „stupides Wandern“, Gleichgültigkeit gegenüber Reizwörtern *

Am häufigsten aufgetretene/typische Symptome 

bei generalisierten Anfällen

 

- Bewusstlosigkeit

- Umfallen/Seitenlage

- Ruderbewegungen und Steifheit der Beine

- Speicheln

- Kieferbewegungen

- Unkontrollierter Urinabsatz

- Schreien

Houstons Tagebuch:

 

 

Vor meinem ersten generalisierten Anfall hatte ich bereits mehrere fokale Anfälle -

nur wusste ich damals noch nicht, dass es Anfälle waren.

Ich habe oft meinen Kopf geschüttelt, weil es in ihm immer so gekribbelt hat. Ich habe dann versucht mit meiner Pfote meinen Kopf

zu kratzen, aber auf einmal war es wieder weg. Mein BigBuddy ist sogar mehrere Male mit mir beim Tierarzt gewesen,  aber der hat

nichts gefunden.

Oft bin ich beim Spazierengehen in meiner eigenen Welt gewesen und habe vor mich hin geträumt -

erst wenn ich laut angesprochen wurde bin ich wieder zurückgekehrt.  Ich habe mal gehört, wie mein BigBuddy zu meiner Menschin ...

Nein, Menschin hört sich nicht richtig an ... Ich habe mal gehört, wie mein BigBuddy zu meine Mum gesagt hat: "Ich hatte schon so viele Hunde in meinem Leben, aber noch nie einen, der so oft in seiner eigenen Welt lebt." Aber meistens ging es mir gut und wir - wir, das sind mein BigBuddy, meine Mum und meine beste Freundin Polly - haben viele schöne Dinge gemacht. Polly ist auch ein Australian Shepherd,

eine Blue Merle, so ein bunter Hund. Hunderalley im Harz, Hundeschule, Geschwister-Treffen, Suchspiele, Clickern und vieles mehr ...

 

 

Samstag 30.03.2013 gegen 13 Uhr  * generalisierter Anfall

Umfallen/Seitenlage * Ruderbewegungen und Steifheit der Beine *  Speicheln *  Kieferbewegungen *

Unkontrollierter Urinabsatz  * Knurren * Bellen * Aggressives Verhalten

 

Was ist denn jetzt passiert ? Habe ich etwa das Pipi dort hin gemacht ? Ich habe doch eben noch meinen Knochen gekaut, dann aus

weiter Ferne meinen BigBuddy rufen gehört und Polly ??? Hat sie laut gefiept ? Nina, die Schwester von meinem BB, habe ich auch

laut schreien gehört. Jetzt kniet sie zitternd auf den Fliesen und wischt das ganze Blut auf.. Wo kam denn das Blut her ?

Ich bin verwirrt ... Und jemand hat laut geknurrt ... War ich das ??? Warum habe ich geknurrt ??? Warum leckt Polly mir mein Gesicht

und warum ist mein Kopf nass ? Hab ich gesabbert ? Habe ich meinen BigBuddy angeknurrt ? Nein, ich liebe ihn doch über alles auf

der Welt !!! Und wo kommt das ganze Blut her ? Es riecht nach ihm, wo ich mein BB ? Bin ich zu Hause ? Und ja es ist mein Pipi ! WARUM ??? Was ist hier passiert . Mir ist schwindelig und ich kann gar nicht richtig gerade aus gehen. Bin ich wirklich zu Hause ?

Ich laufe erst einmal durch die ganze Wohnung. Da ist mein BB und macht sich ein Plaster auf den Finger. Als er mich sieht, nimmt er

mich ganz fest in den Arm.

Das fühlt sich wirklich schön an und als er mich los lässt, laufe ich gleich hinter ihm her. Er trocknet mir meine Sabber vom Kopf und

wischt mir die ... MEINE Pipi aus dem Fell. Ich lege meinem Kopf auf seine Beine und weiß gar nicht was los ist.

Mein BB fährt ins Krankenhaus und muss am Finger genäht werden und ich glaube ... Irgendwie habe ich damit etwas zu tun.

 

 

Die Nächte und Tage danach

 

Es ist dunkel, ich kann nicht schlafen. Unruhig werfe ich mich in meiner Box hin und her. Ich hechle und habe Angst.

Alle schlafen. Ich gehe zum Bett von meinen Menschen und lege den Kopf auf das Bett. Jetzt fängt auch noch mein Körper an zu zittern.

Mein BB wacht auf und sagt, dass ich ins Bett darf. Ich springe ins Bett und kuschel mich ganz dicht an meinen Menschen. Der nimmt

mich in seine Arme und langsam verschwindet das Zittern, meine Unruhe und dann meine Angst ... Endlich kann ich schlafen.

Die Tage verbringe ich meistens in meiner Box.Nicht etwa, dass Ihr denkt ich bin eingesperrt. Nein, die Tür ist offen und ich kann

jederzeit rein und raus, bin im Moment aber lieber in der Box.

 

Ich muss zum Tierarzt. Ich liebe meine Tierärztin!. Dort kann ich meine Tricks zeigen, darf  hochspringen und bekomme auch noch

Leckerlis. Ich werde von Kopf bis Pfote untersucht, aber ich bin gesund. Alles ist ok, sagt die Tierärztin, nichts ist zu finden.

Ich springe vom Tisch und hole mir bei der Arzthelferin ein Leckerli ab. Ich höre, wie meine Menschen sich mit der Ärztin unterhalten

und das Wort Epilepsie fällt, was immer das auch sein mag.

Eine Aussschlussdiagnose soll gemacht werden. Meine Menschen sollen sich keine Sorgen machen - vielleicht war es ja auch nur

einmalig.... Mir geht es wieder richtig gut ich und ich kann wieder alleine in meiner Box schlafen.

 

 

Montag 22.04.2013 3 Uhr morgens * generalisierter Anfall

Umfallen/Seitenlage * Ruderbewegungen und Steifheit der Beine *  Speicheln *  Kieferbewegungen *

Unkontrollierter Urinabsatz * Knurren * Bellen * Aggressives Verhalten

 

Ich wache auf. Wieder diese Unruhe und Angst. Ich muss raus hier! Ich muss in den Garten! Meine Mum lässt mich in den Garten.

Ich will wieder rein und nein, ich kann nicht ins Schlafzimmer, will lieber ins Büro, dort habe ich auch eine Box. Irgendetwas

stimmt nicht. Was war denn das schon wieder! Kommt mir nicht zu nahe ... Ich will meine Ruhe... Ich knurre ... Ich belle ...

Mein BB lehnt die Tür an und sagt, dass ich wieder ins Schlafzimmer kommen soll, wenn wieder alles ok ist ...

Ich liege neben der Box und habe wieder Pippi gemacht. Was ist das bloß ? Mein Kopf ist nass und ich habe Angst.

Ich will zu meiner Mum und meinem BB und zu meiner Polly. Sie sitzen mit traurigen Gesichtern auf dem Bett und meine Mum hat

Tränen in den Augen. Mein BB nimmt mich in den Arm und dann trocknet er mich ab und macht das Büro sauber. Ich muss gehen,

kann mich nicht hinlegen, muss stehen, wieder gehen, durch die Wohnung, in den Garten, schaue in die Box, hechle,

wimmerere und habe Angst! Ich will nicht mehr Pippi machen ...

Endlich geht es mir wieder besser, aber ich fühle mich, als wenn ich 10 Stunden Agility gemacht hätte Ich darf wieder ins Bett und dämmere ein wenig vor mich hin.

 

 

Die Tage und Nächte danach

 

Wir fahren wieder zum Tierarzt, diesmal wollen sie mein Blut ... Na ja, es gibt schöneres, aber für Leckerlis tue ich ja alles. Dafür gebe

ich sogar mein Blut her. Ich werde wieder von Kopf bis Pfote untersucht und es wird wieder nichts gefunden. Wieder dieses Epi-Wort

und ja ... im Moment häufen sich die Fälle bei den Australian Shepherds. Ich höre nicht weiter zu, will lieber noch ein Leckerli und

mache mal ein, zwei Tricks Juhu, hab noch ein Leckerli bekommen. Ab heute soll ich Tabletten bekommen, morgens und abends

jeweils eine. Angeblich soll ich anschließend zwei bis drei Wochen ein wenig benommen sein, solange bis sich mein Körper an den Wirkstoff gewöhnt hat.

 

Ich habe eben meine erste Tablette bekommen und auf einmal werde ich ganz müde und alles ist weich und ich kann gar nicht richtig gehen, aber es geht mir gut und ich kann auch gut schlafen. Ich mache die Augen auf und die Sonne scheint, ich will aufstehen, aber das klappt nicht so richtig. Ich kann meine Hinterläufe gar nicht richtig bewegen und kann kaum laufen, komme auch ohne Hilfe nicht ins Auto. Würde gerne mit Polly spielen, kann mich aber kaum bewegen.

Ich bekomme jetzt wieder eine Tablette und schlafe den ganzen Tag. Ich will nicht einmal zum Spielen raus.

 

Ich weiß gar nicht so genau seit wann, aber ich glaube, dass ich seit sechs Tagen die Tabletten bekommen habe und heute bin ich

wieder fit. Ich spiele mit Polly am Strand und ich bin auch alleine ins Auto gekommen. Ich höre, wie sich meine Menschen unterhalten.

Ich liege angeblich im Körbchen auf dem Rücken, schmatze, verdrehe die Augen und zucke im Gesicht. Was für ein Quatsch ...

Sie sagen, dass es fokale Anfälle sind. Ich bekomme davon nichts mit. Hauptsache, ich bin wieder fit. Schade, dass wir jetzt gar

nicht mehr zur Hundeschule und zum Agility fahren. Und wir gehen auch gar nicht mehr Inlinern oder Fahrrad fahren.

 

 

Heute sind wir wieder mit den Inlinern gefahren, obwohl es geregnet hat, aber mein BB hatte es mir versprochen.

Jetzt liege ich in meirner Box und bin müde, so müde und mein ganzer Körper tut mir weh. Muskelkatze oder ach ne, Muskelkater

heißt das, glaube ich.

 

Mir geht es wieder wie vor langer Zeit. Ich bin wieder der Hou und tobe und springe mit meiner Polly durch die Gegend und mein

BB hat mal wieder den Kong aus dem Rucksack geholt. Einen ganzen Tag Strand, das war toll.

 

Ich wache auf und bin noch ganz schön müde und muss mich erst mal strecken. Meine Menschen liegen noch im Bett und sprechen miteinander. "Irgendwas müssen wir doch tun können, der Kleine hat seit Tagen keine Nacht mehr durchgeschlafen und morgens

zuckt er immer und ist gar nicht richtig da." Ich stehe auf und lass mich erst mal ordentlich durchkuscheln.

 

 

Montag 13.05.2013 gegen 21.30 Uhr  * generalisierter Anfall

Umfallen/Seitenlage * Ruderbewegungen und Steifheit der Beine * Speicheln *  Kieferbewegungen *

Unkontrollierter Urinabsatz *

 

Ich liege in der Küche und döse vor mich hin und warte auf meinen BB, der heute arbeiten muss. Meine Mum sitzt am Tisch und ihr

fällt ein Stück Kohl auf den Küchenfußboden, uiii ich setze mich auf und will dahin. Schon wieder, es ist schon wieder passiert, überall

Pippi und mein Gesicht ist wieder vollgesabbert, wo ist mein BB ? Ich laufe durch die Wohnung und muss schauen, ob alle da sind -

auch in der Wohnung von BBs Mama muss ich schauen. Sind Dieter, ihr Mann, und Nina, BBs Schwester da ? Überall muss ich schauen,

ob alles noch ist wie vorher. Nach fünf Minuten geht es mir schon wieder viel besser und dann ist endlich auch mein BB gekommen

und jetzt kuschel ich mit ihm und schlafe ein.

 

 

Die Tage und Nächte danach

 

Muss wieder zum Tierazt, langsam nervt das ... Ich laufe auch schon gar nicht mehr mit so viel Freude ins Behandlungszimmer.

Ich muss jetzt noch mehr Tabletten nehmen und ich soll in eine Tierklinik zu einer Neurologin und ein Gerät soll in meinen Kopf

schauen und Gehirnwasser soll entnommen werden .... Hmmm hört sich irgendwie nicht besonders schön an.

 

Es passt jetzt immer jemand auf mich und Polly auf, wenn mein BB arbeiten muss. Meistens sind es die Mutter und die Schwester von

meinem BB. Das ist schön, dass jetzt immer jemand da ist, wenn es mir mal nicht so gut geht, jemand, zu dem ich gehen kann.

Angeblich zucke ich jetzt noch öfters und schmatzen soll ich auch sehr oft und ich habe ich immer so ein Hunger-  egal wan,  ich könnte

immer essen. Jetzt, wo ich mehr von den Tabletten nehmen muss, fühle ich mich wieder so schlapp und kann nicht richtig laufen und

ins Auto komme ich auch schon wieder nicht.

 

 

Dienstag 04.06.2013 gegen 7.00 Uhr  * generalisierter Anfall

Seitenlage * Ruderbewegungen und Steifheit der Beine *  Speicheln * Kieferbewegungen * Unkontrollierter Urinabsatz *

 

Die Sonne scheint mir ins Gesicht, ich fühle mich komisch und ich habe Angst. Ich stelle mich vor das Bett und meine Mum sagt:

"Na hopp." Ich komme fast gar nicht ins Bett, weil ich kaum springen kann. Leichte Schwäche auf der Hinterhand heißt das.

Ich kuschel mich in den Arm meiner Mum und schlafe tief ein. Was ist hier los ? Was ist passiert ? Pippi im Bett ??? Ich wollte das nicht,

bitte, Ihr müsst mir das glauben !

Ich renne durch die Wohnung und muss schauen, ob alle noch da sind, muss auch rüber in die andere Wohnung und nachschauen,

ob sie auch alle da sind. Bin verwirrt, Pippi ins Bett, habe Angst, zittere am ganzen Körper. Meine Mum nimmt mich in den Arm, macht

mich sauber und sagt mir, dass es nicht so schlimm ist ... Aber für mich ist es schlimm, genauso schlimm wie beim ersten Mal als es mir passiert ist, als ich meinen BB gebissen haben ...

 

 

Die Tage und Nächte danach

 

Ich muss jetzt jede Nacht in den Garten und Pippi machen.Zu dem großen Hunger ist jetzt auch noch großer Durst gekommen.

Wer viel trinkt, muss viel Pippi, sagt mein BB und streichelt mir über den Kopf. Am liebsten würde ich nur noch bei einem Menschen

im Arm liegen.

 

Diesmal fahren wir nicht zu unserer Tierärztin sondern wir fahren in eine Tierklinik. Eine richtige Tierklinik. Dort werde ich

neurologisch untersucht und muss so tolle Sachen machen wie auf zwei Beinen laufen und hüpfen. Nach der neurologischen Untersuchung wird mir Blut abgenommen und ich bekomme eine Spritze und schlafe ein. Als ich wieder aufwache, liege ich

eingekuschelt im unserem Auto und höre Wortfetzen wie das MRT hat nichts ergeben - kein Tumor - Epilepsie - vererbbare Epilepsie - Gehirnwasseruntersuchung alles OK. Die Worte klingen traurig EPILEPSIE .....

 

 

Freitag 21.06.2013 gegen 15.00 Uhr  * generalisierter Anfall

Umfallen/Seitenlage * Ruderbewegungen und Steifheit der Beine * Speicheln *  Kieferbewegungen * Unkontrollierter Urinabsatz *

 

Schon wieder, schon wieder, ich laufe unruhig durchs Haus, aber irgendetwas

ist heute anders ...

 

Freitag 21.06.2013 gegen 15.12 Uhr  * generalisierter Anfall

Umfallen/Seitenlage * Ruderbewegungen und Steifheit der Beine * Speicheln *  Unkontrollierter Urinabsatz * Körper überbogen * Maul aufgerissen * Auf die Zunge gebissen *

 

Meine Zunge tut weh und ich schmecke Blut, diesmal zum Glück mein eigenes. Das war anstrengend heute, als wenn ich stundenlang

Fahrrad gefahren wäre. Hab mich selbst gebissen. Mein BB macht mich sauber, gibt mir Leckerlis und ich schlafe, schlafe.

Beim Einschlafen höre ich noch irgendwas von einer Serie und ...

 

 

Die Tage und Nächte danach

 

Wieder Tierarzt, ich bekomme jetzt zusätzlich Fohlsäure und muss noch eine höhere Dosis Medikamente nehmen. Ich bin platt und

müde und will nicht mehr spazieren gehen und habe wieder eine sogenannte Hinterhandschwäche. Nachts habe ich Angst, schlafe

nicht mehr richtig und habe angeblich immer öfters Zuckungen im Gesicht während ich schlafe, sogenannte fokale Anfälle.

Aber das kann ich gar nicht glauben, ich merke nichts!

 

 

Montag 08.07.2013 gegen 16.00 Uhr  * generalisierter Anfall

Umfallen/Seitenlage * Ruderbewegungen und Steifheit der Beine * Speicheln *  Unkontrollierter Urinabsatz *

 

Wir waren heute am Strand und ich bin noch ganz nass. Ich schlafe ...

tief und fest. Es passiert schon wieder - NEIN, NEIN, NEIN.

 

Montag 08.07.2013 gegen 16.10Uhr  * generalisierter Anfall

Umfallen/Seitenlage * Ruderbewegungen und Steifheit der Beine * Speicheln * Körper überbogen * Maul aufgerissen * SCHREIEND

 

Ich merke, dass etwas nicht stimmt - NEIN, NEIN, NEIN.

 

Montag 08.07.2013 gegen 16.30Uhr  * generalisierter Anfall

Umfallen/Seitenlage * Ruderbewegungen und Steifheit der Beine * Speicheln * Körper überbogen * Maul aufgerissen * SCHREIEND

 

Ich bin völlig fertig, kann kaum noch laufen, muss mich hier auf den Rasen legen ... Es geht schon wieder los ....

 

 

Die Tage und Nächte danach

 

Wir sind auf dem Weg zur Tierklinik wegen der Dreier-Serie, die ich hatte. Ich habe wohl so laut geschrien, dass der Bauer, der

250 Meter weit weg wohnt, mich gehört haben soll. Ich habe nichts gehört. Ich merke eigentlich gar nichts, nur wenn ich aufwache,

weiß ich, dass irgendetwas nicht stimmt . In der Tierklinik werde ich wieder neurologisch untersucht und darf wieder auf zwei Beinen

laufen und hüpfen und so weiter. Im Behandlungszimmer liege ich in der Ecke und hoffe, dass es bald los geht, hab keine Lust mehr

hier zu sein. Die Neurologin sagt sowas wie Australian Sheperd - Therapie Resistenz - Wir müssen aggressiv vorgehen - add on -

Neues Medikament - Kombination - Wenn noch was hilft - Hören Sie, Sie müssen damit rechnen, dass es noch schlimmer wird -

 

Ich bekomme jetzt noch ein Medikament zusätzlich zu meinem ersten, das soll mir jetzt helfen. Zuerst einmal merke ich, dass ich jetzt

schon mindestens zwei Wochen lang nicht mehr spazieren gehen kann und nicht richtig da bin. Das soll daran liegen, dass mein neues

Mittel zur Narkose- Vorbereitung benutzt wird. Ich bin also fast narkotisiert und so fühle ich mich auch. Nachts habe ich Alpträume

und weine und jammere viel im Schlaf und alle paar Tage schüttle ich ohne Grund meinen Kopf.

 

 

Seit sieben Wochen keinen generalisierter Anfall  mehr.

 

Mein neuer Medikamenten-Cocktail scheint mir zu helfen. Seit 4 Wochen bin ich auch wieder fit und wir waren mal wieder Inlinern und

sind viele Tage am Strand gewesen und haben getobt und auch wieder Suchspiele gemacht und ich durfte wieder klickern. Schön!

Ok, mein BB meint ich nerve an manchen Tagen, weil ich immer bei ihm sein will und er soll mich am liebsten immer in den Arm

nehmen und mich kraulen. Ich fange jetzt manchmal Fliegen. Die schwirren um meinen Kopf herum und ich schnappe nach ihnen, aber

ich habe noch nie eine gefangen. Wenn mein BB das sieht, sagt er immer, dass ich damit aufhören soll, weil da keine Fliegen sind.

Hä ??? Was heißt, da sind gar keine Fliegen ? Ich sehe doch welche ... Morgens liege ich gerne auf den Rücken in meinem Körbchen und

wackel mit meinem Kopf hin und her und hin und her und hin und her bis Polly oder mein BB mich anspricht. Aber das ist doch nicht

schlimm oder. Manchmal habe ich Angst, besonders beim Spazieren gehen. Im Wald, wenn es im Busch raschelt oder sich ein Baum bewegt, habe ich manchmal richtig Panik.

Und dann starre ich ... Liege, sitze oder stehe und schaue in die Ferne und soll nicht mitbekommen, dass ich angesprochen werde ???

Hmmmm, Hmmmm. Aber das schlimmste für mich ist der MEGA-HUNGER ICH HABE NOCH MEHR HUNGER ALS VOR ZWEI MONATEN und ich gehe jetzt auch essen klauen und ich esse die Hinterlassenschaften von den Schafen am Deich. Ich muss wieder

an die Schleppleine, damit ich nicht alles fresse, was herum liegt und ich bin DICK, ganz schön DICK, aber das kommt von den

Tabletten ... Ich habe genau gehört, dass meine Tierärztin gesagt hat, dass ich mit der Medikamenten-Kombi bestimmt ein paar Kilo

zunehmen werde. Na ja, und das ist jetzt passiert.

 

Ich bin also ein Fliegenfänger, der ab und zu seinen Kopf hin und her wirft, in die Ferne starrt, Angst hat, nicht schlafen kann, seinen BB

den ganzen Tag verfolgt und am liebsten den ganzen Tag alles fressen möchte, mit ein bisschen Übergewicht. Aber meine Menschen und

alle, die hier wohnen, nehmen mich oft in den Arm und sagen, dass sie mich lieb haben....

Und das ist doch das Wichtigste .........

 

 

Sonntag 25.08.2013 gegen 21.30 Uhr  * generalisierter Anfall

Umfallen/Seitenlage * Ruderbewegungen und Steifheit der Beine * Speicheln *  Unkontrollierter Urinabsatz * Schreien *

 

Schöner Tag heute. Na ja, ich hab ein bisschen Ärger bekommen, weil ich unterwegs beim Inlinernwieder etwas gefressen habe, was ich

nicht sollte. Nachmittags waren wir am Strand und jetzt liege ich hier gemütlich und schnarche vor mich hin. Ist es schon wieder passiert ??? Ja, da ist Pippi und ich bin voll gesabbert. Warum, warum nur ? Es war doch schon so lange nicht mehr. Diesmal ist es

wieder anders. Ich habe noch mehr Angst als sonst und bin unruhiger, will mich nicht hinlegen, bekomme Leckerlis. Ich werde

müde, will aber nicht schlafen. Mir fallen die Augen zu und ich reisse sie immer wieder auf. Ich schlafe schlecht und schrecke immer

wieder aus dem Schlaf hoch. Ich höre meine Menschen flüstern. Nach sieben Wochen, nach sieben Wochen, das kann doch nicht wahr sein.

 

 

Die Tage und Nächte danach

 

Ich habe jetzt jeden Tag fokale Anfälle Kopfwackeln, starren, auf der Seite liegen und laufen. Ich muss zum Tierarzt Blut abnehmen.

Ich will nicht mehr zum Tierarzt und ich freue mich auch schon lange nicht mehr, wenn wir beim Tierarzt auf den Parkplatz fahren - immer Untersuchungen und so oft Blut abnehmen.

Diesmal soll in meinem Blut der Medikamenten-Spiegel überprüft werden. Ich verstecke mich jetzt eher hinter meinem BB, als das ich

voller Freude durch das Behandlungszimmer springe. Es wird über eine Epilepsie-Studie gesprochen. Bei jungen Aussies schlechte Heilungschancen, wieder das Wort Therapie-Resistenz. Ich schaue in die Ferne und höre vib weit weg, dass die Aussies, die mit zwei Jahren Epi bekommen haben und dann mehr als 10 Anfälle in den ersten sechs Monaten hatten, nicht älter als 3,1 Jahre alt geworden sind ...

Hatte ich schon 10 ??? und wie lange habe ich DAS schon ??? Fünf Monate ???

 

Nachricht vom Tierarzt. Die Medikamenten-Dosis darf nicht erhöht werden. Ist schon an der oberen Grenze.

Ich bin unruhig  Ich glaube, Polly denkt, dass mit mir etwas nicht stimmt. Sie will gar nicht mehr mit mir spielen und drängt sich jetzt auch immer dazwischen, wenn ich gestreichelt werde. Aber ich habe ihr jetzt auch schon zweimal die Meinung gesagt. Lass mir doch nicht alles gefallen.

 

Zum Glück ist es nachts jetzt so warm,  dass meine Menschen die Terrassentür offen stehen lassen können, da muss ich sie nicht mehr

wecken, wenn ich raus muss. Dafür knurre ich ab und zu mal ein wenig, wenn sich jemand unserem Grundstück nähert.

Aber mein BB hat sich am Wochende gefreut - endlich mal drei Tage hintereinander durchgeschlafen ....

 

 

Sonntag 08.09.2013 gegen 21.30 Uhr  * generalisierter Anfall

Umfallen/Seitenlage * Ruderbewegungen und Steifheit der Beine * Speicheln *  Unkontrollierter Urinabsatz * Schreien *

 

Vor 14 Tagen fast auf die Minute genau hatte ich einen Anfall und jetzt ist es schon wieder passiert .... Mir geht es gar nicht gut. Ich torkle

durch das Zimmer. Mein BB spricht mich an, gibt mir Leckerlis, holt einen Joghurt und spricht auf mich ein...

 

 

Sonntag 08.09.2013 gegen 21.45 Uhr  * generalisierter Anfall

Umfallen/Seitenlage * Ruderbewegungen und Steifheit der Beine * Speicheln * Schreien *

 

Ich wache auf ... Meine Menschen weinen ... Ich hatte wieder eine Serie .... Mittwoch muss ich wieder zum Tierarzt ...

Irgendwie geht es mir gar nicht gut ...

 

 

 

 

Am Dienstag 17.09.2013 ist unser "Houston" über die Regenbogenbrücke gegangen....

 

Wir sind voller Trauer und vermissen den "kleinen" unendlich ... Ich kann dieses Gefühl gar nicht in Worte fassen ...

 

Nachdem Houston im März an Epilepsie erkrankt ist ... Sind wir - und unsere Familie - mit ihm durch die Hölle gegangen...

Immer wenn wir dachten wir hätten diese Krankheit im Griff hat sie um so gemeiner zurück geschlagen ...

 

Aber am Ende mussten wir alle Hoffnungen aufgeben und Houston gehen lassen ...

 

2.5 Jahre ist der Rote Aussie mit den vielen Namen - JG SKYMOOR'S Candid Picture Houston, Housti, Hou, HouHou, Hubert, Hubi,

Dicker, LePhlip mein Schatten gewesen.

Er war mein Fotomodel, Fotoassistent, Trainingspartner, Zuhörer, Schmusebacke immer für mich da - MEIN BESTER FREUND

für Polly der "TREUESTE GEFÄHRTE" und für Sabrina immer "IHR BABY"

 

Houston war für uns alle Sabrina, Ute, Nina, Dieter, Ingrid, Wieland, Polly und mich "DER BESTE AUSSIE DER WELT"

Wir lieben Dich und Du wirst immer im unseren Herzen sein.

 

Ich möchte mich auch noch mal bei Euch allen bedanken das Ihr Houston, Sabrina und mich in den letzten Monaten beigestanden und unterstützt habt. Danke ...

 

Wir wissen das es Dir jetzt besser geht ... Ohne Anfälle, Schmerzen und das wichtigste ohne -ANGST-

 

Wir waren verschwor'n wär'n füreinander gestorben

Haben den Regen gebogen, uns vertrauen gelieh'n

Wir haben versucht auf der Schußfahrt zu wenden

nichts war zu spät aber vieles zu früh ....

 

Du hast jeden Raum mit Sonne geflutet ...

 

aus Der Weg von Herbert Grönemeyer